|
Amethyst - ein Quarz von besonderer Schönheit
Vor Millionen von Jahren mischten sich dem flüssigen Silizium - dem Grundbaustein aller Quarze, Spuren von Titan, Mangan und Eisen unter. Diese sorgten bei der Entstehung des Amethysts für seine einzigartige Farbe, die von blass-lila über mauve hin zu intensiv lila reichen kann. Seine Kristallstruktur gab den Naturwissenschaftlern lange Zeit Rätsel auf. Es gibt deshalb nur wenige große und dunkel gefärbte Kristalle. Das Lexikon der Heilsteine, Düfte und Kräuter spricht sogar von männlichen und weiblichen Kristallspitzen.
Amethyste können unter der Einwirkung von Hitze ihre Farbe verändern. Wird der brasilianisch Amethyst bei rund 500 Grad Celsius bestrahlt, nimmt er dauerhaft eine gelbe Färbung an und wird zum Citrin. Vorsicht beim Erwerb von Citrinen. Die blassgelben Kristalle sind in der Natur eher selten und haben ihren Preis.
Der Name - ein Versprechen?
A-methystos kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie unberauscht. Antike Mythen und Legenden besagen, dass der Kristall von Römern und Griechen als Mittel gegen Trunkenheit und Kater verwendet wurde. Sogar die Trinkpokale wurden in diesem Glauben aus Amethyst gefertigt. Der im Spätmittelalter lebende Domherr von Regensburg, Konrad von Megenburg beschäftigte sich intensiv mit dem Amethyst und kam zu dem Schluss: "Er macht den Menschen wacker, vertreibt die bösen Gedanken, bringt Vernunft und macht sanft."
Päpste und gekrönte Häupter
Auch die Kirche entdeckte den lila Kristall für sich und schmückte fortan die Ringe der Päpste, Bischöfe und Kardinale. Die Farbe Violett ist in der kirchlichen Liturgie die Farbe der Buß- und Fastenzeit vor Ostern. Das Schwert von Karl dem Großen (742-814 n. Chr.), das heute im Louvre zu sehen ist, zieren ebenfalls vier Amethyste. Ebenso wurden in der Kaiserkrone von Otto I. (912-973 n. Chr.) 12 dieser Steine eingesetzt. Zu bewundern ist dieses Schmuckstück in der "Wiener Schatzkammer". Früher war der Amethyst selten und deshalb sehr teuer. Mit der Entdeckung großer Vorkommen in Brasilien und Uruguay sank der Preis stark. Vorkommen in Deutschland, z.B. in Idar-Oberstein oder auch im Rheinland sind heute leider erschöpft.
Ein geschätzter Heilstein
In der Hildegard-Medizin, insbesondere in der Steinheilkunde spricht die Hl. Hildegard dem Amethyst besondere Eigenschaften zu. Sie setzt ihn gegen Krankheiten wie Insekten-, Spinnenbisse oder Läuse ein. Außerdem soll er bei Darmbeschwerden und Konzentrationsstörungen helfen und beruhigend auf Herz und Nieren wirken. Im "Das große Lexikon der Heilsteine, Düfte und Kräuter" wird der Amethyst gegen stressbedingte Verspannungen, für einen ruhigen Schlaf und bei Hautproblemem empfohlen. Auf der psychischen Ebene soll er seinen Träger gerechter urteilen und handeln lassen und wahre Freundschaften stärken. Zum Erhalt seiner Kraft soll der Amethyst einmal im Monat unter fließendem lauwarmen Wasser entladen und gereinigt werden. Es ist ihm das Sternzeichen Fische (20.02. - 20.03.) zugeordnet.
Literaturquellen:
Das große Lexikon der Heilstein, Düfte und Kräuter, Methusalem-Verlag
Edelstein Geschichten, Klaus Drexel, Drexel Verlag
|