Bergkristall
Der Bergkristall hat schon früh begeistert. Die Griechen sahen in ihm gefrorenes Eis, das nicht mehr in der Lage war, aufzutauen. Sie gaben ihm den Namen „crystallos“ = klares Eis. Er wurde von den Römern, den Mayas und Azteken verehrt und angebetet. Buddhistische Priester glaubten, durch ihn die meditative Erleuchtung zu finden. Immer wieder ist der Berkristall Gegenstand von Gedichten, Geschichten und Sagen. Adalbert Stifter schrieb so die Novelle „Bergkristall“, in der sich hinter dem Namen die Gesetze der Natur verbergen.
Bis heute lieben die Menschen dieses Mineral als Schmuckstein, Handschmeichler, Dekorationselement oder sogar Heilstein.
Vielseitige VerwendungDer Bergkristall gehört zur Gruppe der Quarze und stellt die zweithäufigste Mineralanreicherung in unserer Erdkruste dar. Hauptfundgebiete liegen in den Alpen, in Brasilien und in Arkansas (USA). Wie alle Quarze hat er die Härte 7.
Im Jahre 1880 entdeckten die Brüder Jacques und Pierre Curie seine Eigenschaft der „Piezoelektrizität“: Durch mechanischen Druck auf bestimmte Flächen mancher Kristalle tritt ein elektrisches Feld auf. Kehrt man diesen Effekt um, wird der Stein zu elastischen Schwingungen angeregt.
Erst knapp 40 Jahre später machte sich der Amerikaner Warren Alvin Marisson diese Erkenntnis zu Nutze und erfand in New York die erste Quarzuhr. Damals füllte diese noch einen Raum mit 15 Kubikmetern Größe. Erst 30 Jahre später war es soweit, dass ein drei Kubikzentimeter großes Kristall ausreichte um z.B.
Armbanduhren zu betreiben. Heute erfüllen Quarze wichtige Aufgaben bei Richt- und Satellitenfunk, beim Erzeugen von Ultraschall sowie in der Mess- und Nachrichtentechnik. Größtenteils kommen dabei mittlerweile künstlich gezüchtete Quarze zum Einsatz.
Die Legende
Viel weniger durchschaubar als die Welt der Technik ist die der Archäologie mit ihren Spekulationen und Geschichten. Angeregt wurden diese durch einen Grabungsfund 1924 in der Ruinenstadt Lubaantun. In einer Mayapyramide, unter einem Altar, fanden Archäologen einen Bergkristallschädel. Einige Meter davon
entfernt wurde der dazugehörige Unterkiefer ausgegraben.
Maya-Prophezeihungen zufolge werden 13 Kristallschädel benötigt um der Menschheit ein neues spirituelles Bewusstsein zu vermitteln und auf diese Weise gegenseitiges Verstehen, Einklang untereinander und mit Mutter Erde zu fördern. Lt. Mayakalender beginnt dieses neue Zeitalter 2012. Mittlerweile wurden weltweit mehrere Schädel der gleichen Art, vorwiegend im südamerikanischen Raum gefunden.
Der größte Fund
Ein anderer, phantastischer Fund gelang 1981 im Ort Hot Spring, in Westarkansas. Dort wurde ein 3 x 2 m großes und 7,2 Tonnen schweres Quarzband entdeckt und geborgen. Die Kristalle sind von bestechender Klarheit und Schönheit. Nach der aufwändigen Verschiffung kam das Kunstwerk nach München und wurde den staunenden Besuchern bei den Mineralientagen präsentiert. Heute kann diese Bergkristallgruppe in Riedenburg/Altmühltal in einem Museum bewundert werden.
Die Kraft des Bergkristalls
Der Berkristall ist ein sehr kraftvoller Stein. Anhänger der Steinheilkunde sprechen ihm stark heilende Eigenschaften zu. Aufgrund seiner intensiven aber sanften Schwingung erreicht er viele Körperbereiche. Außerdem sollen Energieblockaden aufgelöst und Reinigungsprozesse angestoßen werden. Buddistische Mönche erhoffen sich Unterstützung bei der Meditation. Der Bergkristall gilt auch als mächtiger Schutzstein. Indianer legten ihren Neugeborenen zum Schutz vor dem Bösen, einen Kristall in die Wiege.
Es ist ihm das Sternzeichen Löwe zugeordnet.Â
Quelle: Edelstein Geschichten, Klaus Drexel; Das Große Lexikon der Heilsteine, Düfte und Kräuter, Methusalem Verlag
