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Ingwer - ein Gewürz mit langer Tradition
Ingwer gehört mittlerweile zu den Basisgewürzen in der Küche. Er verleiht den Gerichten eine angenehme Schärfe oder eine exotische Note. Das war schon im 3 Jh. bekannt, als das 10-bändige Kochbuch "De re coquinaria" erschien und ihn als wertvolles Gewürz für Fleisch- und Geflügelsoßen erwähnt hat. Doch auch der römische Geschichtsschreiber Plinius d. Ältere (23 bis 79 n. Chr.) berichtete über den Ingwer. Und auch in den ältesten chinesischen und altindischen Schriften finden sich Texte über dieses Gewürz.
Charakteristik
Ingwer, oder wie sein lat. Name, Zingiber officinale, gehört zur Familie der Ingwergewächse. Die ursprüngliche Heimat ist wahrscheinlich Indien. Heute befinden sich große Anbaugebiete in Südchina, Indien und Nigeria. Am besten gedeihen die Pflanzen im tropischen Klima bei hoher Luftfeuchte und geringen Temperaturschwankungen. Für Küche und Medizin interessant ist das Rhizom, also der unter der Oberfläche wurzelnde Teil der Staude. Die getrocknete und geschälte Wurzel und das ätherische Öl daraus werden genutzt.
Anwendung als Heilpflanze
Die Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel und auch das Ingweröl sind mittlerweile gut erforscht und manche traditionelle Überlieferung erhielt so eine wissenschaftliche Bestätigung. Verantwortlich sind zahlreiche Inhaltsstoffe, wie Monoterpene, Gingerole oder das Oleoresin. Ayurvedische und westliche Medizin sind sich einig über die wärmenden, vitalisierenden und krampflösenden Kräfte. Bekannt sich auch die positiven Effekte für den Verdauungstrakt. Besonders bei (Reise-) Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit und Erbrechen kann Ingwer hilfreich sein. Als Hausmittel bei grippalen Infekten, bei Husten und Schnupfen bringt er oft Erleichterung. Doch auch äußerlich, als Tinktur aufgetragen, kann es Muskelzerrungen und rheumatische Beschwerden lindern. Doch es ist auch ein starkes Antioxidans, welches die Wirkungen schädlicher freier Radikale mildern kann.
Kulinarische Leckerbissen und Co.
Ingwer begegnet uns in vielen Nahrungsmitteln. Gewürzzubereitungen wie Chilisoße, Curry-Pulver, Lebkuchengewürz, Stollengewürz, Tandoori, Tomatenketchup etc. kommen nicht ohne aus. Die Süßwarenindustrie bietet eine breite Palette an Ingwerprodukten: Konfekt, Schokoladestäbchen, kandierter Ingwer, Ingwerkonfitüre, Sirup. Nicht zu vergessen die Ingwerlimonade Ginger Ale. Nicht nur Rezepte der indischen oder chinesischen Küche sehen die Zutat Ingwer vor, auch in der heimischen Küche hat der Ingwer bereits seit dem frühen Mittelalter seinen Platz. Kombiniert wird Ingwer dabei oft mit salzigen Gerichten, Knoblauch, Koriander, Zwiebeln oder auch zu süßen Soßen. Die Kosmetikindustrie gibt Ingweröl in Parfum-Rezepturen schwerer, orientalischer Düfte und auch in manchen Badezusätzen ist Ingweröl zu finden.
Tee-Tipp
4 Scheiben Ingwerwurzel Honig Saft von 1/2 Zitrone heißes Wasser
Schneiden Sie vier schmale Scheiben einer Ingwerwurzel ab und entfernen Sie die korkige Haut. Überbrühen Sie die Ingwerscheiben mit kochendem Wasser und fügen Sie den Zitronensaft und den Honig dazu.
Quellen:
Heilpflanzen im Ayurveda, Hans-Heinrich Rhyner, Birgit Frohn, AT Verlag, Baden und München Gewürzdrogen, Eberhard Teuscher, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart
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