Der Mondstein
Geschichte
Nicht immer muss ein Edelstein funkeln um seinen Betrachter zu verzaubern. Der Mondstein zeigt ein tiefgründiges Schimmern in immer wieder anderen Farben, das auch „adulasieren“ genannt wird. Dies entsteht durch gleichmäßig ausgerichtete Einschlüsse, die sich auf parallelen Ebenen im Innern des Steines anordnen und zu einer optischen Interferenz aber auch zu diffuser Reflexion führen. Kein Wunder, dass ihn diese Besonderheit zum Mittelpunkt verschiedener Sagen macht. Der Römer Plinius der Ältere schrieb über ihn: „In den Fluren aufgehängt, verhilft er den Bäumen zu reicher Frucht“. In der Mystik gilt er als Fruchtbarkeitssymbol und deshalb als Stein der Frauen. Arabische Frauen nähen ihn heute noch gelegentlich in ihre Kleidung ein und hoffen damit auf reichen Kindersegen. In Indien spricht man von ihm als Traumstein, der seinem Träger eine angenehme Nachtunterhaltung schenken soll.
Anwendung
Trotz seiner Schönheit hat der Mondstein einen entscheidenden Nachteil, mit seiner maximalen Härte von 6,5, auf der Mohs‘schen Richterskala ist er relativ weich und anfällig für Kratzer und Stöße. Dies hat ihm die ganz große Karriere als Schmuckstein verbaut. Dennoch nimmt er im Schmuck des Jugendstils seinen Platz ein. Einer der berühmtesten Juweliere und Goldschmiede, René Lalique machte ihn in zauberhaften Schmuckstücken um 1900 hoffähig. Besonders gut zur Geltung gebracht wird das Adulasieren durch einen Cabochon-Schliff, dabei wird die Oberfläche nur leicht gewölbt, damit keine unerwünschten Reflexionen auftreten. Augen auf beim Kauf eines Mondsteins. Da die Funde in letzter Zeit immer rarer und deshalb teurer werden, sind vielfach Imitate unterwegs. Dabei handelt es sich oftmals um übermäßig erhitzte Amethyste, weiße Chalcedone oder synthetische Spinelle.
Heilkraft
Überliefert sind seine Eigenschaften als Heilstein für verschiedene Frauenthemen, wie Harmonisierung des Zyklus, hormonelle Schwankungen, Kinderwunsch. Auf der seelischen Ebene soll der Mondstein die Lebenslust anfachen und die Beziehung zur Familie intensivieren können. Auch Zukunftsängste soll er mindern können.
Kurzfakten
Farbe: weiß, grau, bläulich, gelblich, orange irisierend
Wichtige Vorkommen: Indien, Sri Lanka, Madagaskar, Tansania, Myanmar
Mohshärte: 6 – 6,5
Pflege: regelmäßig unter fließendem lauwarmen Wasser reinigen und dann in einer trockenen Schale mit Hämatit-Trommelsteinen über Nacht aufladen
Astrologie: Fische
Literaturhinweis: Edelsteingeschichten, Klaus Drexel, Drexel Verlag
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