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Obsidian – der gläserne Stein


Geschichte
Wie Funde beweisen, wurde schon in der Steinzeit Obsidian zum Herstellen von Messern und Pfeilspitzen verwendet. Das Vulkangestein war damals sehr begehrt. Alle im östlichen Mittelmeer gefundenen Schneidwerkzeuge und Pfeilspitzen stammen aus einem einzigen Lavastrom der griechischen Vulkaninsel Milos, die zu den Kykladen gehört. Die Bewohner der benachbarten Inseln Mykonos, Naxos, Paros, Santorin und Andros lebten vor etwa 4.000 Jahren in erster Linie von der Herstellung und dem Handel mit Töpferwaren, Werkzeugen und Waffen – Obsidian galt als Verkaufsschlager. Später, in der Antike wurde dieses Gesteinsglas auch gerne von berühmten Bildhauern, wie Phidias (490-430 v. Chr.) verwendet. Das beliebte „Naturglas" entsteht durch rasche Abkühlung von sehr siliziumreichen (70 %) Lavaströmen. Seinen Namen verdankt der Obsidian seinem römischen Entdecker Obsius, der mit seinem Fund aus Äthiopien in Rom Furore machte.


Anwendung

Je nach Beimengung von Mangan, Titan oder Eisen gibt es unterschiedliche Erscheinungsformen, wie den Schneeflocken-Obsidian mit weißen Einschlüssen, den Mahagoni-(Gold-)Obsidian, braun mit schwarzen Einschlüssen, oder den Regenbogen-Obsidian, der ein schillerndes Farbenspiel aufweist. Es gibt die Obsidiane als Schmucksteine, Handschmeichler, Trommelsteine, Ketten, Kugeln, Pyramiden, Donuts etc. Es wird empfohlen, diese Steine regelmäßig unter fließendem lauwarmen Wasser zu entladen und entweder an der direkten Sonne oder über Nacht in einer Bergkristall-Gruppe wieder aufzuladen.

Heilkraft
Seit tausenden Jahren werden die Kräfte des Obsidian gepriesen. Die Griechen sahen in ihm den Stein der Realität, die Indianer in Mexiko verehrten ihn als mächtigen Schutzstein, und als Stein der Fruchtbarkeit. Auf seelisch-geistiger Ebene sollen die Obsidiane helfen, die Realität besser zu erkennen und der Seele Licht bringen. Auf körperlicher Ebene soll der siliziumreiche Stein u.a. kräftigend auf die Wirbelsäule und den Knochenbau einwirken.

Kurzfakten
Wichtige Vorkommen: Italien, Griechenland, Ungarn, Slowakei, Türkei, Mexiko, Schottland, USA

Mohshärte: 5 bis 5,5

Astrologie: den Sternzeichen Waage, Skorpion und Steinbock zugeordnet

Literaturhinweis: Edelsteingeschichten, Klaus Drexel, Drexel Verlag

© Bild: Mineralienmagazin "lapis"