Honig Drucken

Traditionelles Lebens- und Heilmittel

Während sich vor ca. 12.000 Jahren die Menschen in Spanien noch an den Bienenstöcken wilder Bienen bedienten, entwickelte sich vor ca. 4.000 Jahren die organisierte Bienenzucht in Ägypten und Mesopotamien. Damals priesen die Menschen den Honig als Speise der Götter und als Quelle der Unsterblichkeit. Ein kleiner Topf Honig wechselte  gegen einen Esel den Besitzer. Der Wandel vom Luxusgut zum gesundheitsfördernden Naturheilmittel vollzog sich erst in späterer Zeit. So sind Rezepturen mit Honig vom griechischen Arzt Hippokrates (ca. 460 - 377 v. Chr.) überliefert. Im Mittelalter hat dann der berühmte Arzt und Philosoph Paracelsus (1493 - 1541) Honig als Inhaltsstoff vieler Heilmittel verwendet. In der Zeit danach fand der Honig Eingang in die Volksmedizin. Es ist sogar bekannt, dass im ersten und zweiten Weltkrieg Verwundungen von Soldaten mit Honigumschlägen besser verheilten. Nach der Entwicklung von Antibiotika ist es dann etwas ruhiger um die Medizin Honig geworden. Bis in den letzten Jahren die Wissenschaft den Honig wieder entdeckt hat und vieles Erstaunliches herausfand...

 

Was ist drin?

Bis zu 80% enthält Honig energiespendende Kohlenhydrate, allen voran Traubenzucker und Fruchtzucker. Der hohe Zuckeranteil verhindert bei zugleich niedriger Wasserkonzentration, dass sich Bakterien und Pilze im Honig vermehren. Die restlichen 20% enthalten:

Vitamine: nervenstärkende B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin H, das eine wichtige Rolle für schöne Haut und Haare spielt.
Enzyme und Aminosäuren: besonders die Aminosäure Prolin ist für die Blutbildung wichtig
Mineralstoffe und Spurenelemente: Magnesium, Kalium, Calcium, Eisen, Zink, Mangan und eine geringe Menge Chrom.
Flavonoide: diese natürlichen Pflanzenfarbstoffe, u.a.  Quercetin, Luteolin, Myricetin und Kaempferole sollen weitreichende gesundheitsfördernde Eigenschaften haben; Menge und Vielfalt sind von Honig zu Honig unterschiedlich.
Acetylcholin: dieser wichtige Nervenbotenstoff ist im Honig und auch im Gelee Royal enthalten
Wasser macht einen Anteil von 15-21% aus und auch Pollen können in Spuren enthalten sein.


Wie wird Honig geerntet?

Für die Gewinnung von Honig sammeln Bienen den Nektar von Blüten oder andere süße Säfte ein, speichern diese in ihrer Honigblase und fliegen zum Bienenstock wo sich die Stockbienen um die weitere Aufbereitung kümmern. Diese geben körpereigene Stoffe wie z.B. Enzyme hinzu und reduzieren den Wassergehalt. Der Nektartropfen verändert sich so, dass ein Wachstum von Hefen und Bakterien gehemmt wird. Ist durch Verdunstung der Wassergehalt von vormals etwa 50% auf 16-18% gesunken, werden die Lagerzellen mit einer luftundurchlässigen Wachsschicht überzogen. Dies zeigt dem Imker an, dass der Honig reif ist. Der Honig kann aber erst dann geerntet werden, wenn die Sammelbienen genug Nektar zum Bienenstock gebracht haben und der laufende Eigenverbrauch für die Ernährung des Bienenvolks und der Brut gedeckt ist. Zur Ernte werden die Bienen kurzzeitig durch Rauch oder einen Luftstrom vertrieben, die Wabenplatten entnommen und der Honig nach Öffnen der Wabenzellen geschleudert, gesiebt und abgefüllt.

 

Honig als Heilmittel?

Bekannt sind die entzündungshemmenden und guten Wundheilungseigenschaften des Manuka-Honigs bei äußeren Verletzungen. Dieser aus Neuseeland stammende Honig wird speziell vorverarbeitet, keimfrei gemacht und als sog. Medizinischer Honig zur Wundversorgung sogar im klinischen Bereich eingesetzt. Aufgrund einer möglichen Verkeimung eignet sich jedoch naturbelassener Honig aus dem Glas nicht dafür.
Durch seine wertvollen Inhaltsstoffe kann Honig die Abwehrkräfte trainieren. Als Hausmittel beruhigt er Schleimhäute und lindert Husten. Seine Enzyme können die Verdauungstätigkeit anregen, was bei Darmträgheit geschätzt wird. Äußerlich aufgetragen kann Honig irritierte Haut pflegen und Herpes-Ausbrüche lindern.


Was ist bei der Verwendung von Honig zu beachten?

Auf die Lagerung kommt es an. Die Wirkstoffe im Honig sind licht- und temperaturempfindlich. Deshalb am besten dunkel und bei etwa 11 bis 18 Grad lagern. Besonders empfehlenswert ist der Verzehr von Biohonigen. Honig ist grundsätzlich ein gesundes Nahrungsmittel. Dennoch können aufgrund des geringen Pollenanteils Allergiker überempfindlich reagieren. Nicht geeignet ist Honig auch für Babys im ersten Lebensjahr.


Literaturempfehlung:
Nutzen Sie die Schätze Ihres Imkers, Jutta Oppermann, LebensBaum Verlag