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Blüten mitten im tiefen Winter
Haben Sie bei einem Winterspaziergang schon einmal einen Baum entdeckt, der mitten in der Blüte stand? Wahrscheinlich handelte es sich um einen Hamamelis-Baum. Die bei Sonnenschein erscheinenden knallgelben, manchmal auch rötlichen Blüten "mit Beinen" erscheinen dem Betrachter in dieser Jahreszeit wie ein Wunder. Vielleicht läßt sich damit auch das Rätsel um seinen volkstümlichen Namen "Zaubernuss" lösen. Schnee und Eis können die Blüte kaum aufhalten. Zum Schutz vor sehr kalten Temperaturen rollen sich die Blütenblätter einfach zusammen. In ihrer Heimat, in Kanada und dem Osten der USA zählt die Hamamelis zu den indianische Zauberpflanzen und wird "Hexenhasel", witch hazel genannt. Ein weiteres sehens- und vor allem hörenswertes Schauspiel bietet die Zaubernuss im Spätsommer, wenn die Samenkapseln mit einem lauten Knacken aufplatzen und ihre Samen bis zu 10 Meter weit schleudern. Im Herbst verfärben sich dann die Blätter und erfreuen durch leuchtendes Sonnengelb und strahlende Orangetöne.
Eigenschaften/Einsatz
Die Hamamelis virginia ist als Heilpflanze hoch geschätzt. Die Volksheilkunde nutzt Blätter und Rinde um Tees und Tinkturen herzustellen. Wirksame Inhaltsstoffe sind vor allem die Tannine (Hamamelistannin), das ätherische Öl, Flavonoide und Harze. Sie verfügen über abschwellende, blutstillende, entzündungshemmende, zusammenziehende und antiseptische Eigenschaften. Hamameliswasser wird gerne äußerlich in der Kosmetik und zur Wundbehandlung verwendet. Spülungen mit Abkochung oder verdünnter Tinktur haben sich bei Irritationen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut bewährt. Umschläge oder Kompressen mit Hamameliswasser sind wohltuend bei Prellungen und Verstauchungen und kleineren Hautverletzungen. Als Frauenkraut soll der Tee, der aus getrockneter Rinde hergestellt wird, die Gebärmuttermuskulatur stärken. Beliebt ist das Hamameliswasser als Gesichtswasser. Aufgrund seiner zusammenziehenden Eigenschaften kann das Hautbild verfeinert, Schwellungen und Rötungen vermindert werden. Auch in Wund- und Heilsalben ist als Zutat häufig die Hamamelis zu finden.
Tipp
Eine Hamamelistinktur gehört zur Grundausstattung der Hausapotheke. Wenn Sie diese selbst herstellen möchten, gehen Sie wie folgt vor:
Setzen Sie einen Teil getrocknete Hamamelisrinde mit 5 Teilen Alkohol (60%) aus der Apotheke an und lassen diese Mischung 2 Wochen stehen. Danach die eingelegten Rinden auspressen und die Tinktur abgeseiht und gefiltert abfüllen. Tropfenweise und verdünnt äußerlich anwenden.
Literaturhinweis: Die Kräuter in meinem Garten, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Weltbild
Phytotherapie bei Hauterkrankungen, Matthias Augustin & Yvonne Hoch, Urban & Fischer
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